Augenlasern: Eignung, Ablauf, Schmerzen & Risiken

Ob Augenlasern für Sie infrage kommt, welche Methode passt, wie der Eingriff abläuft und welche Beschwerden möglich sind – der Überblick über alle Verfahren.

Augenlaserbehandlung im OP – Patientin am Excimerlaser

Ob Augenlasern möglich ist, hängt von mehreren medizinischen Faktoren ab: der Art der Fehlsichtigkeit, der Beschaffenheit der Hornhaut und der allgemeinen Gesundheit der Augen. Erst die Voruntersuchung zeigt, ob eine Behandlung infrage kommt und welche Methode geeignet ist.

Nach der Eignungsprüfung folgt die eigentliche Behandlung, anschließend begleiten Nachkontrollen den Heilungsverlauf. Je nach Verfahren unterscheiden sich Erholung, mögliche Beschwerden und Risiken – dieser Überblick führt zu den fünf Methoden im Detail.

Eignung für Augenlasern

Im Rahmen einer augenärztlichen Voruntersuchung werden wichtige Voraussetzungen geprüft, unter anderem:

VoraussetzungBedeutung
Mindestalter von 18 JahrenDie Augen sollten ausgewachsen sein
Stabile DioptrienwerteDie Werte sollten seit mindestens einem Jahr stabil sein
Gesunde AugenAugenerkrankungen können gegen Augenlasern sprechen
Geeignete HornhautDicke und Form der Hornhaut müssen zur Methode passen
Geeignete DioptrienwerteDie Fehlsichtigkeit muss im behandelbaren Bereich liegen
Keine Schwangerschaft oder StillzeitHormonelle Veränderungen können Messwerte und Heilung beeinflussen
Keine relevanten AllgemeinerkrankungenErkrankungen wie Rheuma oder Diabetes mellitus können die Eignung beeinflussen
Realistische ErwartungenAugenlasern kann die Brillenabhängigkeit reduzieren, aber perfektes Sehen nicht in jeder Situation garantieren

Ausschlussgründe beim Augenlasern

Augenlasern ist nicht für jeden Patienten geeignet. Gegen eine Behandlung können zum Beispiel sprechen:

  • bestimmte Augenerkrankungen wie Keratokonus oder ein fortgeschrittener Grauer Star
  • stark schwankende Dioptrienwerte oder eine zu dünne Hornhaut
  • relevante Allgemeinerkrankungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit (Behandlung wird meist verschoben)

Bei Alterssichtigkeit sind klassische Augenlaser-Verfahren nicht immer die passende Lösung – je nach Befund können spezielle Verfahren wie Presbyond oder eine Linsenbehandlung sinnvoller sein.

Bei LASIK nennt die Kommission für Refraktive Chirurgie Orientierungswerte bis etwa −10 dpt (Kurzsichtigkeit), +4 dpt (Weitsichtigkeit) und 6 dpt (Hornhautverkrümmung). Ob eine Behandlung möglich ist, lässt sich aber erst nach der individuellen Diagnostik beurteilen.

Ablauf einer Augenlaserbehandlung

Die einzelnen Verfahren unterscheiden sich im Detail, der grundsätzliche Ablauf ist jedoch meist ähnlich und gliedert sich in vier Phasen.

Von der Beratung bis zur Nachsorge

Moderne Lasersysteme verfolgen die Augenbewegungen und gleichen kleine Bewegungen automatisch aus.

Erstberatung

Prüfung der grundsätzlichen Eignung und Überblick über Verfahren, Kosten, Risiken und Ablauf.

Voruntersuchung

Umfassende Vermessung der Augen – Sehstärke, Hornhautdicke und -form und weitere Werte entscheiden über die Methode.

Behandlung

Ambulant und mit betäubenden Augentropfen. Der Blick ruht auf einem Fixierlicht; der Lasereinsatz dauert meist nur Sekunden bis wenige Minuten pro Auge.

Nachsorge

Kontrolle des Heilungsverlaufs. Augentropfen konsequent anwenden, Augen nicht reiben, auf Schwimmbad, Sauna und Solarium verzichten.

Schmerzen während und nach der Behandlung

Augenlasern ist während des Eingriffs in der Regel nicht schmerzhaft, weil die Augen vorher mit Tropfen betäubt werden. Patienten können jedoch Druck, Berührung, helles Licht oder vorübergehend verschwommene Eindrücke wahrnehmen.

Schmerzen nach der Behandlung – je nach Methode

Wie stark Beschwerden ausfallen, hängt vor allem davon ab, ob mit oder ohne Flap behandelt wurde.

LASIK · Femto-LASIK · ReLEx SMILE

Vor allem Trockenheitsgefühl, leichtes Kratzen, Tränen oder verschwommene Sicht. Stärkere Schmerzen sind selten.

PRK · LASEK

Schmerzen in den ersten Tagen häufiger, da die Hornhautoberfläche regenerieren muss. Beschwerden bessern sich oft nach drei bis vier Tagen deutlich.

Risiken und Nebenwirkungen nach Verfahren

Augenlasern ist ein operativer Eingriff. Viele Beschwerden sind vorübergehend, unterscheiden sich aber je nach Verfahren und Heilungsverlauf. Die folgende Übersicht zeigt typische Beschwerdeschwerpunkte.

VerfahrenBesonderheitTypische Beschwerdeschwerpunkte
LASIKFlap-Präparation mit Mikrokeratomtrockene Augen, Lichtempfindlichkeit, flapbezogene Risiken
Femto-LASIKFlap-Präparation mit Femtosekundenlasertrockene Augen, Licht- und Blendempfindlichkeit, flapbezogene Risiken
ReLEx SMILEFlaploses Verfahren mit kleinem Schnitttrockene Augen, Sehschwankungen, Probleme bei Dämmerung oder Nacht
PRK / LASEKOberflächenverfahren ohne Flapstärkere Schmerzen in den ersten Tagen, längere Heilung
PresbyondLaser Blended Vision bei AlterssichtigkeitSehschwankungen, Eingewöhnung an die neue Sehverteilung

Warnzeichen ernst nehmen

Leichte Beschwerden sind nach dem Augenlasern häufig normal. Bestimmte Anzeichen sollten jedoch zeitnah ärztlich abgeklärt werden: starke Schmerzen, eine plötzliche oder zunehmende Sehverschlechterung, auffällige Rötungen, starke Lichtempfindlichkeit, ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl oder ein Infektionsverdacht.

Welche Methode passt zu mir?

Welches Verfahren geeignet ist, entscheidet der Augenarzt nach der Voruntersuchung. Hier geht es zu den einzelnen Methoden:

Die Verfahren im Detail

Jede Methode ausführlich erklärt – mit Ablauf, Eignung, Kosten und Risiken.

Häufige Fragen

Wer ist für Augenlasern geeignet?
Volljährige Patienten mit stabiler Fehlsichtigkeit, gesunden Augen und geeigneter Hornhaut. Die endgültige Eignung entscheidet der Augenarzt nach einer Voruntersuchung.
Wann ist Augenlasern nicht möglich?
Wenn die Augenwerte nicht stabil sind oder medizinische Gründe dagegen sprechen – etwa bestimmte Augenerkrankungen, eine zu dünne Hornhaut, Schwangerschaft, Stillzeit oder relevante Allgemeinerkrankungen.
Ist Augenlasern bei Diabetes möglich?
Möglich, wenn die Erkrankung stabil eingestellt ist und keine diabetesbedingten Veränderungen am Augenhintergrund vorliegen.
Können Autoimmunerkrankungen dagegen sprechen?
Sie können, müssen aber nicht automatisch ein Ausschlussgrund sein. Der Augenarzt prüft individuell Erkrankung, Wundheilung und begleitende Medikamente.
Welche Untersuchungen sind vorher notwendig?
Unter anderem Sehstärke, Hornhautdicke, Hornhautform, Pupillendurchmesser, Augendruck und Augengesundheit.
Wie läuft Augenlasern ab?
Meist in vier Phasen: Erstberatung, Voruntersuchung, Behandlung und Nachsorge.
Ist Augenlasern schmerzhaft?
Während der Behandlung in der Regel nicht, da das Auge betäubt wird. Druck, Berührung oder helles Licht können wahrgenommen werden.
Wie lange hat man danach Schmerzen?
Je nach Verfahren: Nach PRK oder LASEK einige Tage (oft nach drei bis vier Tagen deutlich besser); nach LASIK, Femto-LASIK oder ReLEx SMILE eher Trockenheit, Kratzen oder verschwommenes Sehen.
Welche Nebenwirkungen sind häufig?
Vor allem trockene oder gereizte Augen, Licht- und Blendempfindlichkeit sowie schwankendes oder verschwommenes Sehen – meist vorübergehend.
Welche Risiken gibt es?
Unter anderem trockene Augen, Entzündungen oder Infektionen, Über- oder Unterkorrekturen sowie Sehstörungen bei Dämmerung. Die Risiken hängen von Methode, Befund und Nachsorge ab.
Wann darf man wieder Auto fahren?
Erst wenn die Sehfähigkeit ausreichend stabil ist und der Arzt es bestätigt. Direkt nach der Behandlung dürfen Patienten in der Regel nicht selbst fahren.
Warum sind Nachuntersuchungen wichtig?
Sie zeigen, ob die Augen gut verheilen und sich das gewünschte Ergebnis entwickelt, und erkennen Komplikationen früh.
Kann man die Augen mehrfach lasern lassen?
Eine erneute Behandlung kann möglich sein, wenn eine relevante Restfehlsichtigkeit besteht und genügend Hornhautgewebe vorhanden ist.

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